Nizza

Die vergangenen Herbstferien vom Nationalfeiertag bis Allerheiligen nutzten wir für eine Verlängerung des Sommers an der Cote d’Azur. Für insgesamt 5 Tage flogen wir mit Wizzair von Wien nach Nizza, um nach 5 Jahren erneut die dortige Gegend zu besuchen.

Um 07:45 fuhren wir mit dem Auto von zuhause zum Flughafen und parkten es anschließend bei einem der Parkplatzanbieter außerhalb des Geländes. Der Flug selbst war unspektakulär und so erreichten wir Nizza am späten Nachmittag. Nach einem ersten Spaziergang durch die Altstadt sahen wir den Sonnenuntergang vom Colline du Chateau, einem Hügel, der nach kurzem Aufstieg einen weiten Blick über die Stadt und darüber hinaus bietet.

Am nächsten Tag fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Cap Ferrat, um die Villa Ephrussi de Rothschild mit ihren weitläufigen Gärten zu besuchen. Im Anschluss erreichten wir gerade noch rechtzeitig die Busverbindung hinauf nach Eze. Nach kurviger Anreise spazierten wir die Stadt hinauf zum exotischen Kakteengarten, welcher über der Stadt thront und ebenfalls mit einer weitläufige Rundumsicht über die Cote d’Azur und die benachbarten Dörfer aufwartet. Die Heimfahrt traten wir erneut mit dem Bus über die Moyenne Corniche an, einer Küstenstraße über dem Meer, die Monaco mit Nizza verbindet.

Nachdem der Sonntagvormittag genützt wurde, um kurz im Meer zu baden (am 29. Oktober!), bestiegen wir nachmittags den Zug nach Monaco. Wieder einmal waren wir beeindruckt von der Enge der Stadt und die daraus entstehenden infrastrukturellen Herausforderungen. Im Hafen fand gerade ein Volksfest mit Fahrgeschäften und Schießbuden statt, welches wir kurzzeitig besuchten, um im Anschluss unseren Weg auf den Felsen zum Fürstenpalast fortzusetzen.

Da es zu der Zeit doch schon dunkler wurde, beschlossen wir die mitgebrachte Abendkleidung in einer öffentlichen Toilette am Abstieg zum Hafen anzuziehen. Unser Ziel war das Casino samt dortigem Eintritt. Ziemlich beeindruckt versuchten wir unser Glück und trotz unserer anfänglichen Selbstzweifel durften wir in die prunkvollen Hallen samt ihren Spieltischen hinein. Als nach einem Cocktail an der Bar der Hunger doch größer wurde, beschlossen wir das Abendessen gleich im Restaurant des Casinos einzunehmen. Obwohl uns zuerst wegen fehlender Reservierung abgesagt wurde, bekamen wir dank eines sehr umsichtigen Portiers doch noch einen Tisch direkt am Fenster. Ein Teller Garnelen auf orientalisch gewürzter Sauce samt Bulgur mit Trockenfrüchten, bzw. in Streifen geschnittenes Rinderfilet auf Salat mit gebratenen Kartoffelscheiben rundete unsere Erfahrungen an diesem Tag perfekt ab.

Bereits am Tag davor hatten wir am Strand noch kurzfristig ein Mietauto gebucht, welches wir am Folgetag gegen 10:00 am Flughafen abholten. Unser Ziel waren die kleinen provenzalischen Bergdörfer in den Hügeln und Bergen rund um Nizza, welche durch öffentliche Verkehrsmittel nicht oder nur sehr schwer zu erreichen waren.

Der erste Zwischenstopp fand in St.-Paul-de-Vence statt, einem Künstlerdorf mit Unmengen an Ateliers und noch mehr Touristen – sogar um diese Zeit. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung beschlossen wir zu unserem nächsten Ziel weiterzufahren: Tourrettes-sur-Loup. Dieses Dorf präsentierte sich etwas rustikaler und familiärer. Da wir um die Mittagszeit ankamen, beschlossen wir eine kleine Mahlzeit direkt am Platz vor der Kirche einzunehmen. Leider erwies sich die Entscheidung als Fehler, da wir auf einfache, kleine Gerichte über 1:30h warten mussten. Den Nebentischen ging es nicht viel anders – Zynismus und Galgenhumor machte sich breit. Durch die erhebliche Verspätung des Essens, blieb leider nur sehr wenig Zeit für einen Stadtrundgang.

Unser nächstes Ziel war Gourdon, auch bekannt als “Adlernest” wegen seiner exponierten Lage hoch oben auf einem Felsen. Die Zufahrt erfolgte über enge, verwundene und steile Straßen in der Schlucht des Loup und brachte unseren kleinen Fiat 500 mehrmals an seine Grenzen. Schlussendlich kamen wir jedoch wohlbehalten oben an und genossen einmal mehr die Fernsicht aus den Bergen hin zum Mittelmeer.

Der Tag war nun doch schon sehr weit fortgeschritten, deshalb machten wir uns auf die Rückreise Richtung Nizza und hielten noch kurz für ein Eis in Antibes. Schließlich gaben wir den Mietwagen zurück und ließen den letzten Abend im Hard Rock Cafe ausklingen.

Am Abreisetag erreichte uns früh die Nachricht, dass unser Heimflug eine Stunde verspätet ist. Dadurch konnten wir am Vormittag etwas mehr Zeit in der Stadt verbringen, bevor wir um die Mittagszeit mit der Straßenbahn in Richtung Flughafen aufbrachen. Der Rückflug war bis auf die anfängliche Verspätung erneut unspektakulär, sodass wir um ca. 20:45 zuhause noch in einem der örtlichen Gasthäuser eingekehrt sind, um unseren Urlaub mit einem gemeinsamen Abendessen zu beschließen.

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